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Im (Un-)Ruhestand: mit Beratervertrag steuern sparen

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Im (Un-)Ruhestand: mit Beratervertrag steuern sparen

Geschäftsführer im (Un-)Ruhestand: Beratervertrag hilft Steuern sparen

Wer als geschäftsführender Gesellschafter über das Pensionsalter hinaus für seine Firma tätig sein will, sollte sich die vertraglichen Grundlagen genau überlegen. Steuerlich ist es meist vorteilhafter, den Geschäftsführer-Vertrag zu beenden und stattdessen einen Beratervertrag abzuschließen, so Dipl.-Kfm. Martin Schmitz, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der Kanzlei HLB Dr. Schumacher & Partner aus Münster.

Der Hintergrund: GmbH-Chefs haben sich nach dem Ende ihrer aktiven Dienstzeit in der Regel eine Betriebsrente zusagen lassen, beispielsweise in Form einer Pensionszusage. Das Problem: Wenn der Chef aufgrund seiner weiteren Tätigkeit im Unternehmen Betriebsrente und Gehalt gleichzeitig bezieht, liegt aus steuerlicher Sicht eine „verdeckte Gewinnausschüttung“ vor. Doppelter Nachteil: Die Firma kann das Gehalt nicht mehr als Betriebsausgabe absetzen. Und der GmbH-Chef muss seine Einkünfte als Gewinnanteil versteuern, es fällt für ihn also Abgeltungsteuer an.

Besser ist daher ein Beratervertag zu branchenüblichen Konditionen aufzustellen. Das Honorar kann der Ex-Geschäftsführer dann neben seiner Pension ganz regulär versteuern. Wichtig ist, dass die Aufgaben im Vertrag möglichst präzise definiert werden, beispielsweise als eine Tätigkeit in Marketing und Vertrieb. Wichtig: Die Geschäftsführung selbst darf nicht zu den Aufgaben im Beratervertrag gehören.

Beispielrechnung

Ein Beispiel: ein Gesellschafter-Geschäftsführer mit 120.000 Euro Gehalt jährlich und 60.000 Euro Betriebsrente. Setzt der Gesellschafter-Geschäftsführer seinen Vertrag im Ruhestand fort, muss er die 120.000 Euro als Gewinnanteil mit 25 Prozent (also 30.000 Euro) versteuern. Hinzu kommen noch einmal die Steuern auf seine Betriebsrente. Bei einem angenommenen persönlichen Steuersatz von 45 Prozent sind dies weitere 27.000 Euro. Die jährliche Steuerlast beträgt also 57.000 Euro.

Steuerlich besser fährt er mit einem Beratervertrag: Dabei wird das Honorar – angenommen ebenfalls 120.000 Euro im Jahr – zusammen mit der Betriebsrente von 60.000 Euro zum individuellen Steuersatz (45 Prozent) versteuert. Von diesen 81.000 Euro Steuerlast ist allerdings die Steuerersparnis der GmbH in Höhe von 30 Prozent auf die gezahlten 120.000 Euro abzuziehen – also 36.000 Euro. Die gesamte Steuerlast beträgt damit nur noch 45.000 Euro. Gegenüber dem ersten Beispiel ist das eine Ersparnis von 12.000 Euro pro Jahr.

Variante Geschäftsführer

 

Gewinnanteil

120.000 Euro

Davon Steuer (25%)

30.000 Euro

Betriebsrente

60.000 Euro

Davon Steuer (z.B. 45%)

27.000 Euro

Steuer gesamt

 57.000 Euro

 

Variante Berater

 

Honorar

120.000 Euro

Plus Betriebsrente

60.000 Euro

Zu versteuern

180.000 Euro

Davon Steuer (z.B. 45%)

81.000 Euro

Minus Steuerersparnis GmbH (30 % von 120.000*)

36.000 Euro

Steuer gesamt

45.000 Euro

Steuern gespart pro Jahr **

 12.000 Euro

 

* Ersparnis Körperschaft- und Gewerbesteuer durch absetzbares Honorar
** ohne Solizuschlag

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