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Betriebliche Gesundheitsvorsorge: nicht alles ist steuerfrei

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Betriebliche Gesundheitsvorsorge: nicht alles ist steuerfrei

Von frischem Obst bis hin zu ergonomischen Büromöbeln – Unternehmer, die ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen, haben es zumindest aus steuerlicher Sicht ganz einfach. Denn: Alle Maßnahmen des Arbeitgebers für die Gesundheitsvorsorge der Mitarbeiter stellen keinen geldwerten Vorteil dar und sind daher steuer- und sozialversicherungsfrei. Was es dabei dennoch zu beachten gibt, erklärt Diplom-Kaufmann Dr. Michael Kaufmann, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei der Münsteraner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft HLB Dr. Schumacher & Partner.

Wichtig ist, dass Leistungen zur Gesundheitsvorsorge ganz überwiegend im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers erbracht werden. Zu diesen Maßnahmen gehören vor allem ergonomisch sinnvoll gestaltete Arbeitsplätze mit modernen Büromöbeln und Monitoren oder ein Fitnessraum im Unternehmen, der von den Mitarbeitern unentgeltlich genutzt werden kann. Auch täglich frisches Obst und gesunde Getränke sind steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben, die von den Arbeitnehmern nicht versteuert werden müssen.

Vorsicht ist aber beispielsweise bei Yoga- oder Pilateskursen geboten: Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für einen solchen Kurs, erfolgt dies nicht im ganz überwiegend betrieblichen Interesse. Daher stellt dies grundsätzlich einen steuer- und sozialversicherungspflichtigen geldwerten Vorteil für den Mitarbeiter dar. Es gibt jedoch einen jährlichen Steuerfreibetrag in Höhe von 500 Euro pro Arbeitnehmer. Bis zu dieser Grenze können Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zusätzlich zum vereinbarten Gehalt steuer- und sozialversicherungsfrei gewährt werden. Darunter fallen neben eigenen Angeboten des Arbeitgebers auch extern durchgeführte Maßnahmen wie Rückenkurse oder Kurse zur Entspannung und Stressbewältigung. Davon profitieren vor allem kleinere Unternehmen, die keine eigene Gesundheitsförderung anbieten können. Wichtig: Der Zuschuss zu besonderen Gesundheitskursen im Fitnessstudio oder im Sportverein fällt unter den Steuerfreibetrag, die Übernahme oder Bezuschussung der Mitgliedsbeiträge jedoch nicht. Letztes ist immer steuer- und sozialversicherungspflichtig für den Arbeitnehmer.

In jedem Fall lohnt sich für den Arbeitgeber sein Einsatz in der Gesundheitsförderung, denn: In Zeiten des Fachkräftemangels und zunehmender Überalterung der Gesellschaft wird die Gesundheit der qualifizierten Mitarbeiter immer mehr zu einem kostbaren und schutzwürdigen Gut in den Unternehmen. Wer in seine eigenen Mitarbeiter investiert, investiert in die Zukunft.

Dipl.-Kaufmann Dr. Michael Kaufmann, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner bei HLB Dr. Schumacher & Partner

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